Ohne Anlaufschwierigkeiten zum fünften Sieg in Serie

Nach zwei Wochen Pause meldet sich ratiopharm ulm mit einem 93:76 (47:32)-Erfolg über den Mitteldeutschen BC zurück und weitet seine Bundesliga-Serie aus.

Shortcut ratiopharm ulm lässt sich auch von der zweiwöchigen Nationalmannschaftspause nicht aus der Spur bringen: 15 Tage nach dem letzten Bundesliga-Spiel in Frankfurt setzt sich das Team von Thorsten Leibenath mit 93:76 gegen den Mitteldeutschen BC durch und weist damit erstmals in der Saison eine positive Bilanz (6-5) auf. Besonders angetan war der Cheftrainer von ratiopharm ulm vom Start seiner Schützlinge: „Was mich sehr freut ist, dass wir die Partie sehr gut begonnen haben. Die Erfahrung zeigt, dass es besonders schwierig ist, nach einer Pause zurückzukommen, aber das beweist eben auch den Respekt vor dem MBC, mit dem wir in die Partie gegangen sind.“ Und obwohl Leibenath wegen Trainingsverletzungen auf Luke Harangody und David Krämer verzichten musste, legten die Gastgeber um Topscorer Jerrelle Benimon (26 Punkte) in den ersten Spielminuten die Grundlage für den Erfolg (26:12-Viertelstand), der in den Schlussminuten vom Debüt des Ulmer Eigengewächs Christoph Philipps und seinen ersten beiden Zählern gekrönt wurde.

Keystats Mit soliden Quoten – 54 Prozent aus dem Zweier- und 40 Prozent aus dem Dreier-Bereich – und mit einer über weite Strecken aggressiven Verteidigung (6 Steals), hatte ratiopharm ulm trotz einiger Runs der Gäste das Spiel immer unter Kontrolle. Das lag auch daran, dass Per Günther & Co. deutlich besser auf den Ball aufpassten (8/13 Turnovers) als die Gäste. Den größten Unterschied auf dem Feld – und in den Stats – machte aber das Ulmer Inside-Spiel, wo acht Punkte mehr in direkter Korbnähe als bei den Gästen notiert wurde. Besonders effektiv in der Zone: Jerrelle Benimon, der neun seiner zwölf Zwei-Punkt-Würfe verwandelte.

Spotlight Der Big Man, der mit der Gewissheit ins Spiel ging, bis zum Saisonende im ratiopharm-Dress aufzulaufen, legte sein bestes Spiel in Orange aufs Parkett: 26 Punkte bedeuten genauso einen Saisonbestwert wie die 9 Rebounds und die 4 Assists, die er seinem Highscore hinzufügte. Ebenso in Topform präsentierte sich Ryan Thompson, der mit seinen 12 Punkten im 1. Viertel (16 gesamt) großen Anteil am starken Ulmer Start hatte.

Play-by-Play

1. Viertel (26:12): Endlich wieder Basketball! Das schien nach zweiwöchiger Nationalmannschaftspause nicht nur den 6.200 Zuschauern so zu gehen, sondern auch den Uuulmer Akteuren auf dem Parkett, die sichtlich Freude an ihrem Job hatten. Nachdem der MBC zum 0:2 eröffnet hatte, initiierte ratiopharm ulm angeführt von einem treffsicheren Ryan Thompson (3/3 FG, 3/3 FT, 9 Punkte) einen 14:2-Lauf (14:4, 5.), den ein energischer Isaac Fotu (6 Rebounds) mit seinen ersten Zählern abschloss. Nach einem Timeout konnten die Wölfe auf 16:11 (6.) verkürzen, doch Toure Murry sorgte 14 Sekunden nach seiner Einwechslung wieder für den 10 Punkte-Vorsprung (21:11, 9.), den Thompson, ebenfalls per Dreier, vor der Viertelpause sogar noch ausbaute.

2. Viertel (21:20): Dass die Gastgeber ihre Führung weiter behaupteten bzw. zwischenzeitlich bis auf 18 Zähler vergrößern konnten, hatten sie Jerrelle Benimon zu verdanken. Der Big Man zeigte in der Zone viel Präsenz (5 Rebounds) und markierte beim 37:19 bereits seine Zähler 7 und 8 (15.). Dann aber startete der bislang unauffällige „Leitwolf“ Djordje Pantelic per Dreier einen 11:2-Run seines Teams und der Rückstand war binnen zwei Minuten nur noch einstellig (39:30, 17.). Nach seinem bereits  neunten Rebound und anschließendem Tip-in initiierte Isaac Fotu aber seinerseits einen 8:2-Lauf zum 47:32-Halbzeitstand.

3. Viertel (26:22): Wie in der ersten Hälfte war Ryan Thompson auch in der zweiten Halbzeit für einen guten Ulmer Start zuständig, den er per Steal und Dunk zum 51:34 (21.) untermauerte. Doch auf der anderen Seite war es Sergio Kerusch, der wichtige Akzente für die Wölfe setzte und diese mit 10 Punkten in Folge auf 56:42 (23.) heranbrachte. Und während der Ulmer Offensivmotor etwas ins Stocken geriet, gelang es den Wölfen immer wieder, ihre großen Spieler in Szene zu setzen. Und als Kerusch vier weitere Punkte auflegte, war der Vorsprung erneut in den einstelligen Bereich geschmolzen (61:52, 27.). 7 Zähler von Jerrelle Benimon sowie ein weiterer Dreier von Toure Murry sorgten zum Viertelende aber wieder für mehr Komfort (73:54).

4. Viertel (20:22): Hatte Coach Leibenath Joschka Ferner gerade erst eingewechselt, brauchte der Youngster nur wenige Sekunden, um sich zu akklimatisieren: Zwei Dreier plus ein erzwungener MBC-Ballverlust und ratiopharm ulm hatte erstmals die Marke von 20 Punkten Differenz (79:57, 32.) überschritten. Und während Ferners dritter Dreier gerade noch so herauskullerte, nutzte Weißenfels die etwas nachgelassene Ulmer Konzentration zum 9:0-Lauf (79:66, 35.). Benimon und Lewis, unterstützt von einem unsportlichen sowie technischen Fouls gegen den MBC, stellten dann aber ein komfortables 89:68 her, bevor ein junges deutsches Quintett die letzten 2:20 Minuten Spielzeit erhielt und Christoph Philipps an der Freiwurf-Linie seine ersten beiden Bundesliga-Zähler zum 93:76-Endstand notierte.

Quotes

Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Wir haben insgesamt eine gute Leistung gezeigt. Was mich sehr freut ist, dass wir die Partie sehr gut begonnen haben. Die Erfahrung zeigt, dass es besonders schwierig ist, nach einer Pause zurückzukommen, aber das beweist eben auch den Respekt vor dem MBC, mit dem wir in die Partie gegangen sind. Weißenfels hat eine sehr interessante Mannschaft, die mit der Zonenverteidigung immer wieder unseren Rhythmus stören konnte. Doch wir konnten unsere Vorteile unter dem Korb ausspielen – Jerrelle hat heute stark gespielt. Insgesamt war es eine Teamleistung, mit guten Quoten und einer über weite Strecken guten Verteidigung.“

Igor Jovovic (Head Coach Mitteldeutscher BC): „Es war hier in Ulm die erwartet schwere Aufgabe. Ulm ist mit viel Intensität ins Spiel gegangen, hat uns von Beginn an unter Druck gesetzt und mit seinen starken Individualspielern Probleme bereitet. Wir konnten Ulm phasenweise ärgern, doch sie haben das Spiel über 40 Minuten kontrolliert. Wir müssen akzeptieren, dass wir nicht auf diesem Basketball-Level mithalten können und an unseren Fehlern arbeiten.“

Good to know Zwei Minuten vor dem Ende der Partie brachte Head Coach Thorsten Leibenath mit seinem Blockwechsel vier OrangeAcademy-Spieler und Ismet Akpinar aufs Feld. Einer von ihnen setzte dabei erstmals in einem Punktspiel einen Fuß auf das Parkett der ratiopharm arena – der 19-jährige und in Ulm geborene Christoph Philipps. Und Philipps, der bei BBU ’01 alle Jugendteams durchlaufen hatte, bedankte sich auf seine Art. Erst hängte er Marcus Hatten sein fünftes Foul an, dann belohnte er sich von der Freiwurflinie mit seinen ersten Bundesliga-Punkten. 

Fotos Harry Langer

>