Doubleheader der Extreme

ratiopharm ulm reist heute nach Jena (Freitag, Tipoff: 20.30 Uhr) und empfängt am Sonntag Göttingen (15 Uhr, letzte Tickets unter ratiopharmulm.com) / Tim Ohlbrecht wird bei beiden Spielen nicht aktiv eingreifen können.

Shortcut Am Freitag gegen das älteste Team der Liga, am Sonntag gegen eines der jüngsten. So die Ausgangslage vor dem langen Basketball-Wochenende mit der Partie in Jena und dem Heimspiel gegen Göttingen. Wenngleich Head Coach Thorsten Leibenath sein Team nicht auf den Altersdurschnitt seiner Gegner vorbereitet, spricht er von „zwei Extremen“. Einmal die extrem erfahrenen Jenaer um die Veteranen Julius Jenkins (36), Derick Allen und Immanuel McElroy (beide 37), andererseits die jungen Wilden aus Göttingen, die mit dem Ex-Ulmer Brion Rush (32) und Nicolai Simon (30) nur zwei Spieler in der 30er-Zone haben. Doch bei allen Unterschieden haben beide Gegner zumindest zwei Gemeinsamkeiten: Sie haben – wie ratiopharm ulm auch – in der easyCredit BBL noch nicht gewonnen „und sie sind sehr gut gecoacht“, so Leibenath, der den Kollegen Björn Harmsen („absolut solide – einfach gute Arbeit“) und Johan Roijakkers („Göttingen wird auch dieses Jahr wieder überraschen“), seinen Respekt ausspricht. Verzichten muss Leibenath die nächsten Wochen indes auf Tim Ohlbrecht, der zurück in die Reha muss. Nach einer zunächst positiv verlaufenden Saison-Vorbereitung, hat die medizinische Abteilung entschieden, dass Ohlbrechts operiertes Knie noch nicht stabil genug ist und der Center bei Medical Partner RKU erneut Aufbauarbeit leisten muss.

Record Wenngleich ratiopharm ulm noch nie  gegen Jena verloren hat (4-0), spricht Leibenath „von einem der schwersten Auswärtsspiele der Saison“. Das hat einerseits mit der Qualität des Jenaer Kaders zu tun – die durch die Nachverpflichtung des ehemaligen ALBA-Guards Martynas Mazeika noch erhöht wurde –, anderseits mit den knappen Niederlagen Jenas gegen Topteams wie Oldenburg und Würzburg.  Auch gegen Göttingen spricht die Historie (7-1 in der ratiopharm arena) für Ulm. Allerdings: „Ein Brion Rush in Topform gewinnt Spiele im Alleingang“, wie Leibenath über seinen Ex-Schützling sagt, der bei der knappen Niederlage Göttingens gegen München 35 Punkte erzielt hatte.

Keystats Offensiv läuft es sowohl für Jena, als auch für Ulm noch nicht rund. Das legen nicht nur der geringe offensive Output (72 Punkte pro Spiel), sondern auch die Trefferquoten nahe. Jena hat mit 39,9 Prozent die zweitschwächste Feldwurfquote der Liga, ratiopharm ulm liegt mit 43,9 Prozent auf Rang 11. Auffällig bei Göttingen: Aus dem Zweipunktbereich nimmt die BG die fünftwenigsten Würfe pro Partie (31,3), aus dem Dreierbereich die drittmeisten (29).

Spotlight  Oldie but Goldie – einen solchen Spieler haben sowohl Jena (Immanuel McElroy), als auch Göttingen (Brion Rush) im Kader. Wenngleich „iMac“ in die Jahre gekommen ist, hat der zweifache deutsche Meister noch großen Anteil am Jenaer Spiel, was seine 9,3 Punkten, 6,7 Rebounds und 2,7 Assists belegen. Rush verfügt zwar über weniger Allrounder-Qualitäten, ist mit 23,3 Punkten pro Partie und einer starken Dreierquote (12/23 3er) Liga-Topscorer und mit einem heißen Händchen aus der Distanz ausgestattet.

Quotes

Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Jena ist ein herausragend gecoachtes Team, das sich sehr gut bewegt und insbesondere in der Verteidigung keine Kompromisse macht. Sie haben Spieler, die wissen, wie man gewinnt. Das Auswärtsspiel in Jena wird eines der schwersten in dieser Saison werden. Vor diesem schwierigen Doppelspieltag war der Sieg im Eurocup natürlich wichtig für uns.“

Good to know Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – das trifft insbesondere auf den Sonntag zu, an dem direkt im Anschluss an die Partie von ratiopharm ulm gegen Göttingen (15 Uhr) die OrangeAcademy (18 Uhr) Paderborn in der Kuhberghalle empfängt. Das Team um die Doppellizenzspieler David Krämer, Joschka Ferner & Co. setzt also den Schlusspunkt hinter das lange Basketball-Wochenende.

Fotos Harry Langer, Christoph Worsch, Matthias Klar

 

>